Gefahrstoffgruppe

Die Dekon-Gruppe Kirchen ist eine Teileinheit des Gefahrstoffzugs des Kreises Altenkirchen.

Was ist der Gefahrstoffzug des Kreises Altenkirchen, wie setzt er sich zusammen und was sind seine Aufgaben?

Der Gefahrstoffzug des Kreises Altenkirchen wird für Einsätze mit Gefahrstoffen vorgehalten. Seine Mitglieder sind Feuerwehrleute, die zusätzlich zum „normalen“ Dienst in Ihrer Feuerwehr im Gefahrstoffzug tätig sind.

Der Gefahrstoffzug setzt sich aus 10 Teileinheiten zusammen, die über das gesamte Kreisgebiet verteilt sind. Somit sind Teileinheiten des Gefahrstoffzuges bei einem Gefahrstoffunfall relativ schnell verfügbar, auch wenn der gesamte Zug noch nicht vor Ort ist. Der Gefahrstoffzug kann komplett alarmiert werden, ebenso ist auch eine Alarmierung von Teileinheiten möglich.

Der Gefahrstoffzug wird geleitet vom Zugführer Stefan Deipenbrock (Feuerwehr Wissen) sowie Markus Richter (Feuerwehr Berod). Vor einer Alarmierung des Gefahrstoffzuges oder seiner Teileinheiten muss zunächst der Zugführer oder einer seiner Stellvertreter alarmiert werden.

Weiterhin ist dem Gefahrstoffzug ein Fachberater Chemie angegliedert, diese Aufgabe wird momentan von Berthold Hof wahrgenommen. Berthold Hof hat das notwendige Wissen durch seine langjährige Tätigkeit bei der Bayer AG, Dormagen erworben. Auch der Fachberater kann separat alarmiert werden, beispielsweise beim Brand einer Filteranlage in Niederfischbach im Jahre 2004 (siehe „Einsätze“) kam Berthold Hof bereits zum Einsatz.

Der Gefahrstoffzug setzt sich aus folgenden Teileinheiten zusammen:

1. Einsatzleitwagen ELW 2 (Feuerwehr Wissen)

2. Messfahrzeug – Gefahrstoffe MefG (Feuerwehr Horhausen)

3. Gerätewagen – Gefahrstoffe GWG 1(Feuerwehr Elkenroth)

4. Messfahrzeug – Strahlenschutz MefS (Feuerwehr Wehbach)

5. Gerätewagen – Gefahrgut GWG 1 (Feuerwehr Betzdorf)

6. Mehrzweckfahrzeug MZF (Feuerwehr Niederdreisbach)

7. Gerätewagen – Gefahrgut GWG 2 (Feuerwehr Horhausen)

8. Gerätewagen – Atemschutz GW A/S (Feuerwehr Wissen)

9. Mehrzweckfahrzeug MZF (Feuerwehr Berod)

10. Gerätewagen – Dekontamination GW-Dekon (Feuerwehr Kirchen)

Der Gefahrstoffzug Landkreis Altenkirchen nimmt folgende Aufgaben wahr:

ABC-Gefahrenabwehr

Abwehr von Gefahren durch Atomare, Biologische oder Chemische Stoffe, die bei einem Transportunfall (Straße/Schiene) oder auch bei einem Unfall in einem Betrieb auftreten.

Messungen von Gefahrstoffen

Die bisher häufigste Aufgabe des Gefahrstoffzuges stellt das Messen von freigesetzten Gefahrstoffen im Brandrauch da. Auf Grundlage der Windstärke und Windrichtung werden Messpunkte festgelegt, die dann von den Messtrupps (überwiegend die Messfahrzeuge, allerdings können auch die anderen Teileinheiten Messungen vornehmen) abgefahren werden.

Bergen und Sichern von ABC-Stoffen

Sollten bei einem Transportunfall beispielsweise Fässer mit Gefahrgut umgefallen und leckgeschlagen sein, werden diese durch den Gefahrstoffzug aufgestellt, abgedichtet und in Überfässer zur Entsorgung durch Fachfirmen bereitgestellt. Somit ist die Gefahr abgewendet. Ein Einsatz dieser Art wurde beispielsweise im Jahre 2007 bei einem Gefahrstoffunfall in der Papierfabrik Ahlstrom, Altenkirchen durch mehrere Teileinheiten abgewickelt.

Vorbeugende Gefahrenabwehr durch Information

Sollten die oben genannten Messungen von Gefahrstoffen positive Ergebnisse haben, wird seitens des Gefahrstoffzugs eine Warnung der Bevölkerung durchgeführt. Dies wird mittels Lautsprecherdurchsagen und/oder Radiodurchsagen durchgeführt.

Was ist Dekontamination und was sind die Aufgaben der Dekon-Gruppe Kirchen?

Als Dekontamination bezeichnet man die Reinigung von atomar, biologisch oder chemisch verseuchten Geländestücken, Gebäuden, Personen, Kleidern, Geräten usw.

Die Dekon-Gruppe Kirchen hat folgende Aufgaben:

1. Trennung eines „verschmutzten“ von einem „sauberen“ Bereich

2. Messung des „Verschmutzungsgrades“

3. Personen-, Geräte- und Geländedekontamination

4. Messung von Gefahrstoffen

Wie läuft ein Dekon-Einsatz der Dekon-Gruppe Kirchen ab?

Nach dem Eintreffen an der Einsatzstelle meldet sich der Teileinheitsführer bei der Einsatzleitung. Von dort erhält er einen Platz zugewiesen, wo er die  Dekontaminationsstelle einrichten soll.

Die Mitglieder der Dekon-Gruppe sperren mit Flatterband ihren Platz ab und teilen diesen Platz, ebenfalls mit Flatterband in der Mitte. Die eine Hälfte des Platzes ist jetzt der „saubere“ Bereich, die andere Hälfte ist der „verschmutzte“ Bereich.

In den „verschmutzten“ Bereich dürfen nur Mitglieder der Dekon-Gruppe, die mit Atemschutz (meist Filtergeräte) und entsprechenden Schutzanzügen ausgestattet sind. Alle direkt am Gefahrgut eingesetzten Kräfte des Gefahrstoffzuges dürfen nun die Einsatzstelle ausschließlich über diese „Schleuse“ verlassen.

Die Einsatzkräfte kommen nun in den verschmutzten Bereich und werden dort mit Kontaminationsnachweis (nur bei Strahlenschutzeinsätzen) auf Kontamination untersucht. Dabei wird das Kontaminationsnachweisgerät (aufgrund seiner Form auch „Bügeleisen“ genannt) langsam über die gesamte Fläche der Einsatzkraft geführt, bei einer Kontamination erfolgt ein Warnton und die Anzeige schlägt aus.

Bei biologischen oder chemischen Gefahrstoffen wird die Verschmutzung nicht gemessen, es wird grundsätzlich dekontaminiert.

Bei atomaren Gefahrstoffen wird zunächst nur ein Nachweisplatz aufgebaut ohne Duschzelt. Nur wenn nach dem entfernen der Einsatzkleidung immer noch Partikelstrahlung vorhanden ist, dann wird eine Dekontamination mittels Duschzelt durchgeführt.

Anschließend betreten die Einsatzkräfte das zwischen dem „verschmutzten“ und „sauberen“ Bereich aufgebaute Duschzelt (ein mit Luft aufblasbares Zelt mit Duschvorrichtung) und werden dort abgeduscht sowie mit Hilfe von Bürsten und den in das Zelt eingelassenen Armen ausgiebig gesäubert. Die Wasserversorgung erfolgt hierbei durch die örtlich zuständige Feuerwehr, da die Dekon-Gruppe hierfür keine Geräte mitführt.

Nach der Dekontamination verlässt die Einsatzkraft das Duschzelt und bekommt im sauberen Bereich die Schutzkleidung ausgezogen. Dabei helfen ebenfalls Mitglieder der Dekon-Gruppe Kirchen.

Wer leitet die Dekon-Gruppe?

Die Dekon-Gruppe Kirchen wird geleitet vom Teileinheitsführer Matthias Schäfer und seinem Stellvertreter Jens Eckermann.

Ausbildung der Dekon-Gruppe

Zu der normalen Feuerwehrausbildung muss jedes Mitglied noch als Atemschutzgeräteträger und wenn möglich auch als Chemikalienschutzanzugträger ausgebildet sein.

Des Weiteren müssen auf der Landesfeuerwehrschule in Koblenz noch folgende Lehrgänge besucht werden:

1. ABC-Fachlehrgang 1

2. Dekon Lehrgang ABCDE

3. Gefahrstoff-Messseminar

4. Strahlenschutz-Messseminar

Für einige Mitglieder gibt es noch weitere Sonderlehrgänge wie z.B.:

1. ABC-Fachlehrgang 2

2. Chemiegerätewart

3. Führungslehrgänge

Einsätze der Dekon-Gruppe:

Bisher wurde die Dekon-Gruppe Kirchen fast ausschließlich für Messeinsätze des Gefahrstoffzuges alarmiert.

01.08.1997 - Messeinsatz beim Grossbrand der Fa. Guschall, Etzbach

30.12.1998 – Messeinsatz beim Grossbrand der Fa. Kautex, Wissen

03.02.2005 – Strahlenschutzmesseinsatz in Herdorf

30.08.2011 – Dekon-Einsatz bei einem Chlorgasunfall Gebhardshain

17.02.2012 – Ausgelaufene Salzsäure Papierfabrik Altenkirchen (Einsatzfahrt abgebrochen)

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