Adventskalender Türchen 22 – Gruppenführer

Den Gruppenführer findet man vorne rechts im Fahrzeug. Er sitzt auf dem Beifahrersitz, meistens mit dem Funkgerät am Ohr. Für ihn ist es nämlich besonders wichtig, mitzubekommen, was an der Einsatzstelle passiert und was alles gemeldet wird. Er ist im Verlauf den Einsatzes verantwortlich für sich selbst und 8 weitere Feuerwehrkameradinnen und -kameraden, eine taktische Einheit, die sich Gruppe nennt. Je nach Einsatz handelt er vor Ort eigenständig als Einsatzleiter,  ist die Einsatzstelle oder das Szenario zu groß und es kommen mehrere Gruppen hinzu, wird ihm z.B. ein Zugführer übergeordnet.
Die erste Aufgabe des Gruppenführers ist es, die Lage zu erkunden. Die Arbeit beginnt eigentlich schon auf der Anfahrt. Er muss die allgemeine Lage wie Ort, Zeit und Wetter genauso wie die eigene Lage, wie Einsatzwert von Mannschaft und Gerät, beurteilen und sich überlegen, was er mit all diesen Faktoren erreichen kann und wo vielleicht die Grenzen seiner Gruppe bei diesen Gegebenheiten sind. Vor Ort setzt er die Erkundung fort. Er beginnt mit einer Frontalansicht der Einsatzstelle und meldet die erste „Lage auf Sicht“ an die Feuerwehreinsatzzentrale. Anschließend befragt er anwesende Personen. Ob sie wissen, was passiert ist, ob noch Personen im Gebäude sind, weiß man, wo die Personen sich befinden und wie man hier am besten hin kommt, gibt es irgendwelche Gefahren, die nicht direkt erkennbar sind….all das sind wichtige Fragen im ersten Moment des Einsatzes. Im Anschluss erkundet der Gruppenführer die Zugangsmöglichkeiten. Sind Türen und Fenster irgendwo offen, kann man die Rettungs- und Angriffswege nutzen und hat eventuell jemand im näheren Umfeld einen Schlüssel, sodass man nichts aufbrechen muss. Zum Schluss schaut er sich dann das Objekt noch mal im gesamten, also auch von der Rückseite und den Seiten an, um einen kompletten Eindruck der Einsatzstelle zu gewinnen und möglichst viele Gefahren und Möglichkeiten aufzudecken.
Anschließend geht der Gruppenführer in die Planungsphase über. Er muss sich Gedanken über alle möglichen Gefahren machen und die Hauptgefahr beurteilen, um zu entscheiden, welche Gefahr zuerst abgewendet werden muss und wie man dazu am besten vorgeht. Oft gibt es hier sogar mehrere Möglichkeiten, sodass er sich im weiteren Verlauf auch noch überlegen muss, welche die beste und effektivste Lösung ist.
Ist er mit der Erkundung und der Planung fertig, geht er zur Befehlsgebung über. Er gibt seiner Gruppe Befehle zu dem Vorgehen, das er sich überlegt hat und geht dann unmittelbar danach wieder in die Phase der Lagefeststellung über. Er kontrolliert, ob seine Leute die Aufgaben korrekt ausführen, ob sie zum Einsatzerfolg führen, ob noch weiteres Personal gebraucht wird und ob zum Beispiel Dienstvorschriften eingehalten werden. Diese ganze Kette wiederholt sich so lange, bis alle Gefahren beseitigt sind. Dann hat der Gruppenführer seine Aufgabe gemeistert.
Ein sehr anspruchsvoller und vor allem auch verantwortungsvoller Posten, den man auch erst einnehmen darf, wenn man den entsprechenden Lehrgang hierzu an der Landesfeuerwehr- und Katastrophenschutzschule besucht hat. Hier bekommt man innerhalb von zwei Wochen vermittelt, was die Aufgaben eines Gruppenführers sind und wie man hier vorgeht.

Text: Jana Baldus

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