Adventskalender Türchen 23 – TLF 20/40

Die Feuerwehr liebt nur die Ausbildung mehr als ihre Abkürzungen. Was heißt TLF 20/40 überhaupt?  Es ist ein Tanklöschfahrzeug mit einer fest verbauten Feuerlöschkreiselpumpe mit einer Mindestnennförderleistung von 2000 Litern Wasser pro Minute bei einem Nennförderdruck von 10 bar, sowie einem Löschwassertank von mindestens 4000 Litern Fassungsvermögen. Deshalb schlage ich vor, bleiben wir bei der Abkürzung  TLF 20/40.
Das TLF,  umgangssprachlich auch Tankwagen genannt, gehört zu den Sonderfahrzeugen. In Kirchen gehört es häufig zum zweiten Abmarsch, da es zwar unheimlich viel Wasser, in unserem Fall 4500 Liter, und Schaummittel (200 Liter) mit sich führt, einsatztaktisch aber nicht mit z.B. dem HLF 20 mithalten kann. Alleine die Besatzung von 1/2 (also drei Personen) reicht für einen autarken Löschangriff nicht aus. Dafür ist es aber deutlich wendiger und in Verbindung mit einem weiteren Löschfahrzeug oder der Drehleiter bildet es eine absolut schlagkräftige Einheit. Somit rückt es häufig zur Unterstützung anderer Feuerwehren, wenn irgendwo viel Wasser gebraucht wird oder immer zusammen mit der Drehleiter aus. Mit ihr zusammen kann es z.B. bei einem Wohnhausbrand eine eigenständige Einheit zur Brandbekämpfung oder dank Atemschutzgeräten auch zur Menschenrettung bilden. Beim Waldbrand fährt es mit anderen TLFen häufig Pendelverkehr, um die Löschwasserversorgung auch abseits von offenen Gewässern oder des öffenlichen Netzes sicherzustellen. Hierzu hat es einen Faltbehälter mit einem Fassungsvermögen von 5000 Litern an Bord, welcher auf der einen Seite von den TLFen gefüllt wird, während an der anderen Seite ein weiteres Löschfahrzeug oder eine Tragkraftspritze als Einsatzstellenpumpe es unterbrechungsfrei entnimmt.
Das TLF ist mit vier Pressluftatmern (Atemschutzgeräten) ausgerüstet, sowie einem Wasserwerfer, dem sogenannten Monitor. Hiermit können große Wurfweiten (bis zu 80 Metern) erreicht und enorme Mengen Wasser (1600 Liter/Minute) abgegeben werden. Zum Einen ist sowas natürlich nur bei wirklich großen Ereignissen sinnvoll, zum anderen kann man sowas auch nur bei stehender Wasserversorgung machen. Der Tank unseres TLF wäre ja sonst in weniger als 3 Minuten leer. Im „normalen“ Löscheinsatz sind die 4500 Liter aber eine beruhigende Reserve die den Kameraden genügend Zeit einräumt um eine Wasserversorung aufzubauen, während problemlos schon ein Lösch- oder Innenangriff eingeleitet werden kann. Dem Löschwasser kann auch unter Volllast ausreichend Schaummittel zugemischt werden, um ebenfalls mit dem Monitor einen großen Schaumteppich zu erzeugen. Auch größere Flüssigkeitsbrände können damit zuverlässig gelöscht werden.
Kurzum: das TLF ist ein Spezialist in Sachen Wasser und Schaum und bei größeren Lagen sowie in Verbindung mit anderen Fahrzeugen ein wertvolles Einsatzmittel.

Text: Philipp Link

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